Weltraumbestattung

In den vergangenen Jahren haben sich diverse Alternativen zur Feuer- und Erdbestattung entwickelt. Eine dieser speziellen Beisetzungsformen ist die Weltraumbestattung. Hin und wieder auch als Sternenbestattung bezeichnet, handelt es sich um eine Form der Beisetzung, welche die Kremierung der Verstorbenen voraussetzt. Anschließend wird die Asche mit einer Rakete in Richtung der Sterne geschossen.

Wie funktioniert eine Weltraumbestattung?


Der Name lässt bereits Rückschlüsse darauf zu, wie die Weltraumbestattung im Wesentlichen abläuft. Es wird nicht der komplette Leichnam ins All verbracht. Lediglich ein kleiner Teil der Asche des Verstorbenen macht sich auf den Weg in Richtung Sterne.
 
Hierfür wird dieser in eine kleine Aschekapsel gefüllt und gemeinsam mit anderen Kapseln über eine Trägerrakete ins All geschossen. Für diese Form der Bestattung können verschiedene Varianten gewählt werden. Eine erdnahe Weltraumbestattung zieht nach sich, dass die Aschekapsel nach einigen Umlaufbahnen in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht. Wird die Aschekapsel ins All geschossen, verbleibt sie im Weltraum. Als dritte Sonderform kann die Rakete mit den Aschekapseln in Richtung Mond geschossen werden.
 

Nur wenige Gramm Asche im All
 

Aufgrund des sehr hohen Aufwands, welcher mit einer solchen Bestattung verbunden ist, wird grundsätzlich nur ein kleiner der Totenasche ins Weltall geschickt. Es handelt sich normalerweise nur um wenige Gramm, da die Beförderung jedes Gramms hunderte Euro kostet. Diese Tatsache setzt natürlich voraus, dass der Tote vor der eigentlichen Weltraumbestattung kremiert wird.
 
Deren Ablauf entspricht dem Prozedere einer „klassischen“ Feuerbestattung. Wie der Ablauf im Detail aussieht und welche Kosten für eine Kremierung anfallen können, kann hier nachgelesen werden. Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland eine Bestattung im Weltraum mit dem geltenden Friedhofszwang kollidiert und Deutschland keinen eigenen Raketenbahnhof besitzt, arbeiten Bestatter für diese Beisetzung mit Partnerunternehmen im Ausland zusammen. Diese wiederum kooperieren mit privaten Weltraumunternehmen.
 
Die restliche Asche des Verstorbenen bleibt auf der Erde und kann hier bestattet werden – etwa im Rahmen einer Baumbestattung oder einer Seebestattung. Beide sind in Deutschland inzwischen zugelassene Formen der Beisetzung – sofern die Bestattung in gesondert ausgewiesenen Arealen stattfindet. Natürlich kann jede der Bestattungen mit einer Trauerfeier kombiniert werden. Da Raketenstarts vornehmlich in Übersee stattfinden, nehmen Angehörige normalerweise vor der eigentlichen Weltraumbestattung vom Verstorbenen Abschied.
 

Weltraumbestattung – Kosten
 

Um die Erdanziehungskraft zu überwinden, muss ein erheblicher Aufwand betrieben werden. Daher wird im Weltall auch nur ein Bruchteil der Asche von Verstorbenen bestattet. Die hohen Transportkosten mit einer Raketenstufe sorgen dafür, dass diese Beisetzung grundsätzlich sehr teuer wird.
 
Prinzipiell sind für eine Weltraumbestattung:
 
1. Überführung und Vorbereitung des Toten
2. Kremation
3. Einfüllen in die Asche und Schmuckurne
4. Beisetzung der Urne
5. Überführung der Asche zum Raumbahnhof
6. Transport der Asche ins All/die Umlaufbahn/den Mond
 
zu finanzieren. Für die reine Feuerbestattung sind ab 3.000 EUR einzuplanen. Hinzu kommen noch die Kosten der reinen Weltraumbestattung. Hierfür werden circa 4.500 EUR bei einer Beisetzung in der Erdumlaufbahn verlangt. Die Platzierung der Asche eines Verstorbenen auf dem Mond kostet in etwa das 2 ½-fache dieser Summe. 
 
Überblick Kosten einer Feuerbestattung:

Kosten für (u. a.)*: Mindestsumme übliche Höchstbeträge
Überführung des Toten (im Ort) 110 Euro 260 Euro
Verbrennungssarg 400 Euro 3.500 Euro
Schmuckurne 50 Euro 1.000 Euro
Leichenschau 50 Euro 100 Euro
Krematorium 200 Euro 600 Euro
Friedhofsgebühren 500 Euro 2.500 Euro
Florist/in 150 Euro 750 Euro
Grabstein (Steinmetz) 1.200 Euro 10.000 Euro

*Quelle: Sonderheft Stiftung Warentest; Spezial Bestattung; Oktober 2016

Weltraumbestattung–Varianten

 
Bestattungen der Totenasche im Weltraum werden heute in zwei Hauptformen angeboten – der Bestattung in einer erdnahen Umlaufbahn und der Platzierung auf dem Mond. Die Mitnahme der Totenasche in einem Satelliten zieht allerdings den Wiedereintritt in die Atmosphäre nach sich – was zum Verglühen der Asche führt. Seitens der auf diese Bestattung spezialisierten Unternehmen werden inzwischen auch Bestattungen in den Tiefen des Weltraums – über den Mond hinaus – angeboten.
 

Werden Weltraumbestattung in Deutschland angeboten?
 

Grundsätzlich ist eine Bestattung im Weltraum in Deutschland nicht möglich. Hintergrund: Es gilt hierzulande der Friedhofszwang. Aus diesem Grund – und dem Fehlen von Anlagen für Raketenstarts – ist die Weltraumbestattung in den USA oder Russland möglich. Die Erledigung der Formalitäten zur Ausfuhr der Totenasche übernimmt der Bestatter. Allerdings dürfen die Hürden, welche die Bestattung mit sich bringt nicht unterschätzt werden. Dies schließt auch die Tatsache ein, dass Weltraumbestattungen immer in den Flugplan der Raketen eingebunden werden müssen, Sie sich als Angehörige bzw. Interessenten nicht einfach ein Wunschdatum im Kalender aussuchen können.
 

Entscheidungshilfen für oder gegen eine Weltraumbestattung

 
Nach dem Tod Sternen besonders nah sein – ein Gedanke, der zu Lebzeiten einen besonderen Reiz hat. Ob die Bestattung im Weltraum tatsächlich in Frage kommt, ist eine individuelle Entscheidung. Nicht vergessen werden darf, dass es sich hier um eine sehr kostenintensive Form der Beisetzung handelt. Und dass nicht die gesamte Asche, sondern nur ein Bruchteil letztlich bei den Sternen landet. Ein Aspekt, der seinen besonderen Reiz hat. Sie als Hinterbliebene haben einen Ort zum Trauern und sehen liebe Angehörige beim Blick zu den Sternen wieder.
 

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zur Weltraumbestattung

Fragenkatalog:
  1. Wie lange dauert die Weltraumbestattung?
  2. Bleibt die Asche für immer im All?
  3. Ist die Asche bei der Weltraumbestattung zu sehen?
  4. Wieviel Gramm Asche werden ins All geschossen?
Antworten:
  1. Wie lange dauert die Weltraumbestattung?

    Entscheidend ist der Flugplan für die Raketen und die Nachfrage nach Beisetzungen im All. Normalerweise befördern Raketen die Asche nur weniger Dutzend Verstorbener. Daher dauert es Wochen, bis die Asche ins All geschossen werden kann. Die Urne mit der restlichen Asche wird innerhalb der normalen Fristen beigesetzt.

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  2. Bleibt die Asche für immer im All?

    Sofern Aschekapsel sich an Bord eines Satelliten befinden, stürzt dieser nach Ablauf seiner festgelegten Betriebsdauer wieder auf die Erde zurück. Mit dem Satelliten verglüht dann auch die Asche. Allerdings können bis dahin mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte vergehen.

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  3. Ist die Asche bei der Weltraumbestattung zu sehen?

    Sofern Asche auf dem Mond platziert oder ins tiefe All geschossen wird, ist davon nichts mehr zu sehen. Bei einem Transport mit einem Satelliten können Angehörige den Flugkörper am nächtlichen Himmel mitunter immer noch sehen.

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  4. Wieviel Gramm Asche werden ins All geschossen?

    Es handelt sich um nur wenige Gramm, die mit einer Rakete ins All geschossen werden können. Die Menge liegt im Normalfall zwischen einem bis sieben Gramm.

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