Trauerfeier – Abschied von dem Verstorbenen

Trauerfeier – der Gedanke daran löst Unbehagen aus. Wer über Trauerfeiern nachdenkt, muss zwangsläufig sich auch mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Für Hinterbliebene ist die Trauerfeier wichtig, etwa als Teil des Trauerprozesses. Und der traurig-festliche Akt hat eine zweite wichtige Aufgabe: Er ist zentral für das Abschiednehmen und die Begleitung des Toten. Im Rahmen der Trauerfeier geben enge Familie, Verwandte und Freunde einer geliebten Person das letzte Geleit. Wie läuft eine Trauerfeier ab und wer kümmert sich um deren Organisation?

Trauerfeier: Der allgemeine Ablauf


Abschied nehmen – Betroffene gehen damit sehr individuell um. Dies gilt auch für die Trauerfeier. Grundsätzlich gibt es hierfür keinen vorgeschriebenen Ablaufplan. Hinterbliebene können darauf – durch die Gespräche mit dem zuständigen Geistlichen/Kirchenvertreter oder Trauerredner Einfluss nehmen.

Vor Beginn werden Trauergäste vom Trauerredner oder dem Bestatter begrüßt und in die Trauerörtlichkeit gebeten. Der Beginn einer Trauerfeier kann musikalisch eingeläutet werden. Wie die einzelnen Abschnitte der Feierlichkeit aussehen, legen Angehörige und Trauerredner im Regelfall individuell fest.

Möglich sind einige persönliche Nachrufe o. Ä. Im Rahmen einer kirchlichen Trauerfeier übernimmt der Geistliche oft die Aufgabe des Trauerredners und bindet mitunter auch sakralen Gesang in die Trauerfeier ein. Am Ende weist der Trauerredner auf den Trauerkaffee hin und bittet die Trauergesellschaft ans Grab. Angeführt von Sarg/Urne, folgen die Angehörigen und nahen Verwandten – anschließend alle anderen Trauergäste. Am Grab können Blumen oder Erde als letzter Gruß mitgegeben werden.
 

Kosten einer Trauerfeier


Generell ist es schwierig, den finanziellen Aufwand der Trauerfeier auf den Euro genau zu pauschalisieren. Einfache Zeremonien sind mit wenigen hundert Euro anzusetzen. Wollen Sie einen Angehörigen im Rahmen einer aufwendigen Zeremonie verabschieden, wird es teurer.

Kosten für die Trauerfeier im Überblick:
 
  • Trauerhalle – ca. 100 Euro je angefangene Stunde
  • Blumenschmuck – ca. ab 200 Euro bis 300 Euro
  • Trauerredner – ca. ab 250 Euro
  • Sargträger – ca. 130 Euro bis 300 Euro
  • Leichenschmaus – ca. 20 Euro bis 30 Euro pro Person

Aufgrund der vielen persönlichen Wünsche kommen oft weitere Posten hinzu – etwa, wenn ein Musiker spielen soll.

Diverse Leistungen werden oft auch durch den Bestatter erbracht – wie das Tragen der Urne aus der Trauerhalle zum Grab. Gerade bei einer konfessionellen Beisetzung wird die Trauerrede auch oft vom Geistlichen der Gemeinde gehalten.
 

Trauerfeier: Tipps zur Organisation


Der Tod eines Angehörigen ist für die Hinterbliebenen emotional aufwühlend. Mit der Organisation der Trauerfeier sind diese schnell überfordert. Heute übernehmen daher die Bestatter sehr oft Aufgaben in der Planung und Vorbereitung der Zeremonie.

Komplett aus den Händen geben Hinterbliebene die Organisation allerdings nicht. Nur sie kennen letztlich die Wünsche und Ansichten des Verstorbenen. Der Bestatter steht Hinterbliebenen allerdings zur Seite – wenn es Fragen zur Durchführbarkeit usw. geht.
 
  • Ort der Trauerfeier: Ist der Verstorbene Angehöriger einer christlichen Konfession, findet die Trauerfeier häufig in der Kirche statt. Gemeinsam kümmern sich Bestatter und Angehörige – in Absprache mit der Kirchgemeinde – um die Vorbereitung der Kirche.
  • Dekoration & Blumenschmuck: Diesen Part übernimmt meist der Bestatter. Zwar gibt es einige gängige Blumen als Bestandteil der Trauerflor. Spezielle Wünsche können aber berücksichtigt werden.
  • Einladungen zur Trauerfeier: Verbreitet ist die Einladung zur Trauerfeier/Beisetzung über die Traueranzeige. Veröffentlicht meist in Lokalzeitungen, wird mit der Traueranzeige der Termin bekanntgegeben. Dieser steht jeder Person offen. Soll die Trauerfeier nur im kleinen Kreis stattfinden, sind persönliche Einladungen vorzuziehen.
  • Musik: Hier sind verschiedene Ansätze verbreitet. Im Rahmen kirchlicher Trauerfeiern übernimmt das Spiel der Orgel die musikalische Begleitung. In Absprache mit der Gemeinde kann eventuell davon abgewichen werden. Findet eine weltliche Trauerfeier statt, werden oft Musiker organisiert.
  • Trauerkaffee: Auch als Leichenschmaus bekannt, trifft sich die Trauergemeinde nach der Trauerfeier noch einmal zu einem „Abschiedsessen“, um dem Verstorbenen zu gedenken und sich gegenseitig eine Stütze zu sein – vielleicht aber auch schöne Erinnerung zu teilen. Der Trauerkaffee ist zwar verbreitet, aber nirgends vorgeschrieben.
 

Trauergäste: Was ist in jedem Fall tabu?


Trauerfeiern sind ein Moment der stillen Abschiednahme und Andacht. Grundsätzlich hat sich etabliert – sofern nicht anders bekanntgegeben – dass zu einer Trauerfeier jede Person erscheinen kann. Auf die persönliche Einladung muss niemand warten. Oft entscheiden sich Hinterbliebene heute für die Bekanntgabe der Trauerfeier im Rahmen einer Traueranzeige.

Hat sich in Ihrem persönlichen Umfeld ein Todesfall ereignet und planen Sie die Teilnahme an der Trauerfeier, stehen natürlich verschiedene Fragen im Raum. Fehler passieren häufig nicht im Zusammenhang mit dem Dresscode. Aber hätten Sie gewusst, dass Trauerkarten mit schwarzem Rand dem Trauerhaus vorbehalten sind? Für Ihre Trauerkarte/Kondolenzschreiben ist neutrales Weiß genau richtig.
 
  • Gäste sitzen hinten: Was Sie auf keinen Fall als Bekannter des Toten tun sollten, ist sich in vorderster Reihe zu platzieren. Generell bleibt dieser Platz den nahen Angehörigen vorbehalten. In den Reihen dahinter nimmt die entfernte Verwandtschaft (Cousins und Cousinen usw.) Platz. Nachfolgende Sitzreihen sind Freunden und Bekannten zugänglich.
  • Nicht auf den letzten Drücker: Sind Sie persönlich geladen oder nehmen am Trauerfall Anteil, ist sehr spätes Erscheinen nicht gern gesehen. Orientieren Sie sich etwa an einer Viertelstunde vor Beginn als Zeitfenster. Damit können Sie persönlich kondolieren oder sich in ein Kondolenzbuch eintragen.
  • Familie hat den Vortritt: Als Trauergast respektieren Sie die Situation der Familie. Letztere hat beim Betreten von Kirche/Trauerhalle den Vortritt. Erfolgt die Beisetzung unmittelbar im Anschluss an die Trauerfeier, gehen die nahen Verwandten voran – und nehmen auch am Grab immer zuerst Abschied.
  • Freundlich, aber gedeckt verhalten: Generell dürfen Sie andere Trauergäste freundlich – etwa mit einem „Guten Tag“ begrüßen. Lautstarke Unterhaltungen o. Ä. sind natürlich ein Tabu. Lassen Sie Ihre Anteilnahme und emotionale Unterstützung erkennen.
 

Kinder & Trauerfeiern


Das Thema Kinder und Trauerfeier ist durchaus heikel. Babys und Kleinkinder haben noch kein Verständnis für Tod und Trauer. Es kann daher durchaus passieren, dass sich einige Trauergäste in ihren Gefühlen gestört fühlen. Auf der anderen Seite kann die Anwesenheit von Kindern auch als Stütze aufgefasst werden – als Zeichen für die Nähe von Leben und Sterben.

Werden Kinder bei der Trauerfeier anwesend sein, sind diese entsprechend auf das Geschehen vorzubereiten. Sind Eltern vom Todesfall direkt betroffen, kann es außerdem nötig werden, die Betreuung der Kinder für die Trauerfeier in die Hände von Trauergästen zu legen.

Aufgrund des Entwicklungsstandes ist bis etwa 4 Jahre das Beisein zu einer Trauerfeier problematisch. Besonders das leise Stillsitzen widerstrebt Kindern bis zu diesem Alter, sie werden sehr schnell quengelig. Es ist durchaus nicht falsch, über eine Betreuung der Kinder für die Zeit der Trauerfeier zu sorgen. Zum Trauerkaffee dürfen Kinder dann gern wieder mit anwesend sein.

Trauerfeiern sind für alle eine emotionale Herausforderung. Für die Angehörigen ist es eine schwierige Zeit, Trauergäste wollen sich natürlich keine Fehler erlauben. Daher hier ein paar wichtige Fragen kurz zusammengefasst.

Fragen und Antworten

Fragenkatalog:
  1. Wie lange dauert eine Trauerfeier?
  2. Ist der Leichenschmaus Pflicht?
  3. Gibt es eine Sitzordnung bei einer Trauerfeier?
  4. Was sagt bzw. wünscht man bei einer Trauerfeier?
  5. Wer bezahlt die Trauerfeier?
  6. Kommt Geld in die Trauerkarte?
  7. Findet eine Trauerfeier immer in der Kirche statt?
Antworten:
  1. Wie lange dauert eine Trauerfeier?

    Die genaue Dauer der Trauerfeier ist nicht festgelegt und kann variieren. Entscheidend ist unter anderem, ob direkt im Anschluss die Beisetzung stattfindet. Generell sollte aber mit einem Zeitfenster zwischen 30 Minuten bis 45 Minuten gerechnet werden.

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  2. Ist der Leichenschmaus Pflicht?

    Der Leichenschmaus oder Trauerkaffee ist zwar weit verbreitet, allerdings für Beisetzungen oder Trauerfeiern nicht vorgeschrieben. Allerdings empfiehlt es sich, darauf immer hinzuweisen. In der Regel übernimmt dies der Trauerredner – im Anschluss an seine Rede – und macht den stattfindenden Trauerkaffee allen anwesenden Trauergästen bekannt.

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  3. Gibt es eine Sitzordnung bei einer Trauerfeier?

    Ja, es hat sich generell eingebürgert, dass die nahen Angehörigen auf den vorderen Plätzen für die Trauerfeier Platz nehmen. In den Reihen dahinter ist im Regelfall der Platz für die weitere Verwandtschaft. Dahinter wiederum schließen sich die Sitzreihen für den Rest der Trauergemeinde an.

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  4. Was sagt bzw. wünscht man bei einer Trauerfeier?

    Es ist ein durchaus beklemmendes Gefühl, trauernden Angehörigen gegenüberzustehen. Eine freundliche Begrüßung gehört sich in jedem Fall – sie wirkt in der außergewöhnlichen Situation durchaus stabilisierend. Gefolgt wird die Begrüßung im Normalfall vom Ausdruck der Anteilnahme/des Beileids.

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  5. Wer bezahlt die Trauerfeier?

    Generell sind für die Kosten die nächsten Angehörigen zuständig. Hierbei handelt es sich um Ehe-/Lebenspartner, Kinder bei Volljährigkeit, Eltern oder Geschwister usw. Aber: In der Praxis kann davon abgewichen werden – wenn zum Beispiel testamentarisch eine andere Regelung für die Tragung der Kosten vorgesehen ist. Pauschal hat sich in Deutschland eingebürgert, dass der Erbe/die Erben für Kosten aufkommen.

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  6. Kommt Geld in die Trauerkarte?

    Sehr oft legen Trauergäste der Trauerkarte Geld bei. Hiermit wird den Angehörigen nicht unterstellt, finanzielle die Belastung der Beisetzung nicht stemmen zu können. Sollte Geld erwogen werden, darf auch auf den gewünschten Zweck – etwa zur Verwendung für Blumenschmuck hingewiesen werden.

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  7. Findet eine Trauerfeier immer in der Kirche statt?

    Nein, dass Trauerfeiern in Kirchen oder Kapellen abgehalten werden, ist zwar verbreitet. Vorgeschrieben ist dies allerdings nicht. Letztlich ist entscheidend, welche Wünsche der Verstorbene geäußert hat. Trauerfeiern müssen auch nicht direkt in Verbindung mit der Beisetzung stattfinden. Es kann in der Praxis durchaus eine Trennung stattfinden.

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