Todesfall > Was ist im Sterbefall zu tun

Mit dem Tod konfrontiert zu werden, löst Ängste aus. Viele Hinterbliebene durchleben tiefe Trauer, müssen gleichzeitig viele Aspekte berücksichtigen. Versterben Eltern, müssen sich deren Kinder plötzlich darum kümmern, dass Mutter oder Vater einen würdevollen Abschied erhalten. In der Zeit direkt nach einem Todesfall sind es die vielen kleinen Details, welche emotional herausfordernd werden. Sich mit Finanz- und Versicherungsfragen beschäftigen zu müssen – direkt nach dem Tod eines geliebten Menschen will sich niemand damit befassen. Was muss jetzt aber unbedingt sein?
Todesfall

Todesfall – Was ist unmittelbar nach einem Todesfall zu tun


Entscheidend für den Ablauf ist der Sterbeort. Der natürliche Tod – etwa durch Herzinfarkt oder Schlaganfall – tritt oft zu Hause ein. Auch die potentiell tödliche Lungenembolie oder eine Aneurysma-Ruptur passiert häufig im Wohnumfeld. In diesem Fall verständigen Sie den Notruf unter 112. Der Notarzt (oder Hausarzt) stellt den Tod fest und füllt den Totenschein aus. Hiermit wird die erste Leichenschau dokumentiert, welche die Bedingung für alle weiteren Schritte ist.
 
Sofern es zu einem Todesfall in einer Pflegeeinrichtung oder bei stationärem Aufenthalt kommt, wird die Feststellung des Todes durch medizinisches Personal vor Ort vorgenommen. Auch hier erfolgt die Ausstellung eines Totenscheins. Die Leichenschau ist Voraussetzung, dass Sie sich um einen Bestatter für die Versorgung des Leichnams und dessen Beisetzung kümmern können.
 
Sofern der Sterbefall nicht im Beisein der Familien eintritt, werden Pflegeeinrichtung oder Klinik die Angehörigen benachrichtigen. Je nach Anfahrtsweg können Sie sich noch kurz von Ihrem Angehörigen verabschieden. Was müssen Sie direkt nach dem Tod noch alles erledigen?
 
Als Angehörige müssen Sie sich darum kümmern, wichtige Dokumente und Unterlagen zusammenzusuchen. Einige werden direkt nach der Feststellung des Todes relevant, andere brauchen Sie später – wie zum Beispiel das Testament. Sehr schnell muss es dagegen bei den Wünschen des Verstorbenen zu dessen Beisetzung gehen. Sind diese schriftlich niedergelegt, brauchen Sie bald entsprechende Informationen. Mit dem Bestatter muss die Beisetzung innerhalb einer gesetzlichen Pflicht geplant werden.
 
Weitere wichtige Papiere sind:
 
  • Totenschein
  • Personalausweis
  • Ausweis zur Organspende
  • Geburts- und Heiratsurkunde
  • Scheidungsurteil (wenn vorhanden)
  • Sterbeurkunde des Ehepartners (wenn vorhanden).
Da der Tod eines nahen Verwandten immer eine emotionale Ausnahmesituation darstellt, suchen Sie sich hierfür Unterstützung bei Kindern, Geschwistern oder engen Freunden, welche mit Ihnen gemeinsam diese Herausforderung meistern.
 
Parallel müssen Sie sich direkt nach dem Feststellen des Todesfalls mit einem Bestatter in Verbindung setzen. Vor Ort finden sich kompetente Ansprechpartner, welche regionale Besonderheiten kennen und Ihnen bei allen weiteren Schritten zur Seite stehen. Bestattungsunternehmen sind im Regelfall rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Für viele deutsche Städte finden Sie bei uns ein Bestatter Verzeichnis zu den ortsansässigen Bestattungsunternehmen.
 
Achtung: Hat der Verstorbene eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung abgeschlossen, benachrichtigen Sie diese möglichst umgehend. Versicherer behalten sich die Prüfung der Todesursache vor. Erfolgt die Meldung zum Todesfall zu spät, können Probleme bei der Auszahlung die Folge sein. Zuerst setzten Sie sich mit den Versicherungen telefonisch in Verbindung. Notwendige Dokumente werden anschließend auf dem Postweg per Einschreiben (im Idealfall als Kopie) verschickt.
 

Was ist innerhalb von 36 Stunden nach dem Todesfall zu erledigen
 

In den ersten Tagen nach dem Todesfall sind sehr viele Punkte zu erledigen. Die Abholung des Verstorbenen erfolgt häufig noch am Tag des Todesfalls. Allerdings sind die Vorgaben der einzelnen Bundeländer hier sehr unterschiedlich. In Sachsen und Brandenburg sind 24 Stunden, innerhalb derer die Abholung/Überführung in eine Kühleinrichtung erfolgen muss. In NRW bleiben 36 Stunden, um den Leichnam durch den Bestatter von zu Hause, aus einer Pflegeeinrichtung/einem Hospiz oder Krankenhaus abzuholen.
 
Einer der Punkte, welcher innerhalb der nächsten drei Tage zu erledigen ist: Planung der Beisetzung mit dem Bestatter. In Deutschland reicht die Frist, in welcher Tote zu bestatten sind, von vier bis 10 Tagen. In die Planung gehört eine Entscheidung für die Form der Bestattung – also:
 
Hinterblieben legen sich in diesem Zusammenhang auch auf einen Sarg oder die Urne, die Totenbekleidung sowie den Umfang der Trauerfeier fest. Parallel zu den Planungen mit dem Bestatter kümmern Sie sich um den Leichenschmaus.
 
Achtung: Sollte es sich um einen Tod durch Unfall handeln, müssen Sie an dieser Stelle innerhalb von 48 Stunden die Unfallversicherung benachrichtigen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, auch die Kranken- und eventuell die Pflegeversicherung des Verstorbenen über den Todesfall zu informieren.
 
Ein sehr wichtiges Dokument ist übrigens die Sterbeurkunde. Diese wird spätestens nach 36 Stunden beantragt. Die Zuständigkeit liegt bei dem Standesamt des Sterbeorts. Da die Urkunde an verschiedenen Stellen benötigt wird, ist das Beantragen mehrere Ausführungen sinnvoll. Nötig sind hierfür:
 
  • Totenschein
  • Personalausweis
  • Geburtsurkunde. 
Entsprechend des Familienstands sind zusätzlich noch:
 
  • Heiratsurkunde
  • Scheidungsurteil oder 
  • Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners.
Sofern der Verstorbene in einer Pflegeeinrichtung untergebracht war, ist der Vertrag mit dem Tod im Regelfall beendet. Achten Sie darauf, wie die vertraglichen Klauseln mit der Räumung des Zimmers umgehen – sprich innerhalb welcher Frist Hinterbliebene die Habseligkeiten übernommen haben müssen.
 
Wichtig: Zu informieren ist auch der Arbeitgeber – sofern der Verstorbene noch beschäftigt war. Angehörige, welche von dem Todesfall betroffenen sind, haben zudem oft – wenn es um Ehepartner, Kinder oder Eltern geht – Anspruche auf Sonderurlaub. Für diesen Fall muss der eigene Arbeitgeber ebenfalls benachrichtigt werden.
 

An was muss man bei einem Todesfall denken
 

In den Stunden und ersten Tagen nach einem Todesfall ist die Liste der Aufgaben für Hinterbliebene lang. Für Sie eine schwierige Situation. Auf der einen Seite überwältigt die Trauer. Andererseits braucht es einen kühlen Kopf und Weitsicht, um keine wichtigen Schritte auszulassen. Was ist nach dem Tod eines Angehörigen noch alles zu bedenken?
 
Fest zum Trauerprozess gehört die Veröffentlichung der Traueranzeige. Hierzu gilt zwar keine Pflicht, allerdings empfinden sie viele Angehörige als zum „guten Ton“ gehörig und verknüpfen sie mit einer Danksagung. Diese Aufgabe erfüllen auch Danksagungskarten, mit denen Sie sich als Angehörige bei allen bedanken, die in besonders tiefem Beileid mit Ihnen verbunden waren.
 
Ein sehr spezielles Thema ist der Erbschein. Dieses Dokument wird durch das Amtsgericht ausgestellt und weist den Inhaber als Erbe aus. Speziell in der Abwicklung des Nachlasses ist der Erbschein wichtig. Banken erlauben einen Zugriff auf das Konto oft nur nach Vorlage des Erbscheins. Aber auch das Auftreten gegenüber:
 
  • Vermieter
  • Behörden oder
  • Vertragspartnern
wird durch den Erbschein vereinfacht. Als Hinterbliebene müssen Sie sich zu zwei Aspekten im Klaren sein. Auf der einen Seite kann es Wochen dauern, bis das Amtsgericht die Ausstellung bearbeitet hat. Andererseits machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, ob das Erbe angetreten oder ausgeschlagen wird. Ebenfalls nicht vergessen werden darf die Abmeldung beim Finanzamt. Hierfür bleiben bis zu drei Monate Zeit.
 
Ebenfalls auf der Agenda muss der Blick auf das Versicherungsportfolio des Verstorbenen stehen. Viele Haushalte schützen sich vor alltäglichen Risiken mit Policen wie der privaten Haftpflichtversicherung, einer Hausratversicherung usw. Prinzipiell sind die Versicherungen vom Todesfall zu informieren. Einige Tarife enden mit dem Tod – wie die private Haftpflichtversicherung oder privat abgeschlossene Zusatztarife zum Krankheitskostenschutz. Andere Verträge bestehen eventuell weiter bzw. sollten weitergeführt werden. Dies betrifft beispielsweise die Gebäudeversicherung, wenn der Verstorbene Immobilien besessen hat. In diesen Aufgabenbereich fällt auch die Abmeldung bei der Krankenkasse und die Rückgabe der Versicherungskarte.
 
Sofern der Verstorbene in einer Mietwohnung gelebt hat, muss sich natürlich auch darum gekümmert werden. An dieser Stelle geht es um die Kündigung des Mietvertrags, da hier weiterhin die entsprechenden Kündigungsfristen gelten. Zweiter wichtiger Punkt sind die Verträge mit Energieversorger und Telefonanbieter. Diese werden – bei Weiternutzung – umgemeldet oder sind von Ihnen zu kündigen. An dieser Stelle kündigen Sie auch Vereinsmitgliedschaften, Zeitungsabonnements und Internetverträge. Achtung: Nach einem richtungsweisenden Urteil des BGH aus dem Jahr 2018 zur Gesamtrechtsnachfolge haben Erben auch Zugriff auf Internetprofile in sozialen Netzwerken. 
 
Unter bestimmten Umständen werden an Hinterbliebene Zahlungen aus dem Topf der gesetzlichen Rentenversicherung geleistet – Witwen-/Witwerrente und Waisenrente. Die Zahlung erfolgt nicht automatisch, sondern nur auf Antrag. Lassen Sie die Rente berechnen und stellen den Antrag. Letztere wird regelmäßig bis zur Volljährigkeit bzw. in Ausbildung bis zum 27. Lebensjahr gezahlt.
 

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