Naturbestattung » Zurück in die Natur

Naturbestattung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Bestattungsarten. Letztere vereint eine Gemeinsamkeit: Die Bestattung dreht sich um eine Beisetzung in der freien Natur. Beispiele für Naturbestattungen sind unter anderem die Baumbestattung oder die Seebestattung. Was macht die Besonderheit der Naturbestattung aus? Anders als die Beisetzung auf einem Friedhof, wo Angehörige sich mit der Grabpflege – inklusive Grabstein – beschäftigen müssen, ist der Grabpflegeaufwand deutlich geringer. In Deutschland gewinnt diese Form der Bestattung zunehmend an Bedeutung, unterliegt aber strengen Rahmenbedingungen.

Naturbestattung: Ablauf der Beisetzung


Naturbestattungen umfassen mehrere Beisetzungsvarianten. Wald- und Seebestattungen sind längst nicht die einzigen Beispiele. Auch:
 
  • Felsbestattung
  • Wiesenbestattung
  • Luftbestattung

kommen ohne Friedhof aus. Allen diesen Beisetzungsvarianten ist ein Punkt gemein: Sie setzten im Allgemeinen eine Kremation voraus. Beigesetzt wird letztlich eine Urne mit der Asche des Verstorbenen.

Damit ähnelt die Naturbestattung in weiten Teilen der klassischen Feuerbestattung. Wie diese im Detail abläuft, können Sie im Ratgeber zur Feuerbestattung nachlesen, an dieser Stelle soll ein kurzer Überblick ausreichen.
 
  • Ein Arzt stellt den Tod fest. Sofern möglich, können Angehörige schon jetzt Abschied nehmen. Durch den Bestatter erfolgt die Überstellung ins Krematorium. Hier wird der Leichnam vom Amtsarzt noch einmal untersucht (2. Leichenschau) und für die Kremierung freigegeben.
  • Vor der Einäscherung wird der Tote für die Einäscherung vorbereitet. Für diese werden spezielle Einäscherungssärge (ohne Beschläge o. Ä.) eingesetzt.
  • Nach der Kremation (Dauer circa 90 Minuten) wird die Asche aufgemahlen und in die Aschekapsel gefüllt. Letzter wird anschließend von der Schmuckurne aufgenommen.
 

Das Thema Trauerfeier bei einer Naturbestattung


Naturbestattungen – oft auch unter dem Begriff der naturnahen Bestattung zu finden – drücken Ihre Haltung zum Thema Tod und Trauer aus. Für viele Menschen sind sie zudem eine Möglichkeit, der Natur nach dem Leben immer noch sehr nah zu sein.

Was Menschen in diesem Zusammenhang bewegt ist die Frage nach der Trauerfeier. Generell kann diese recht frei geplant werden. Abschied nehmen ist unter anderem:
 
  • am aufgebahrten Sarg vor der Kremierung
  • in einer Kirche vor der unmittelbaren Beisetzung
  • am Grab

möglich. Im Fall der Seebestattung kann die Trauerfeier auch auf hoher See abgehalten werden. Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ist eine Absprache mit dem Bestatter ratsam. Dieser übernimmt im Normalfall auch die Organisation der Abschiedszeremonie, um Hinterbliebenen alle Ruhe zu geben, von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen.
 


Blumenschmuck: Nicht immer erwünscht


Naturnahe Bestattungen werden zunehmend beliebter. Sind Sie Trauergast, geht es natürlich auch um den Blumenschmuck. Generell kann sich für alle Varianten der klassischen Trauerflor entschieden werden. Lilien oder Cala gehören unter anderem dazu. Achtung: Im Rahmen einer Bestattung auf dem Friedhof ist das Ablegen der Trauergebinde üblich.

Bei einer naturnahen Bestattung ist dies oft ebenfalls möglich. Allerdings bitten die Betreiber unter anderem von Bestattungswäldern darum, den Blumenschmuck nach der Beisetzung wieder zu entfernen/entfernen zu lassen. Dies darf nicht falsch als pietätlos verstanden werden. Es geht darum, den Charakter als Wald bzw. natürliches Biotop zu erhalten.
 

Was kostet die Naturbestattung?


Die Preise einer Naturbestattung können in der Praxis sehr stark variieren. Ursache ist auf der einen Seite die Tatsache, dass regional die Preise und Gebühren für eine Kremation schwanken. Andererseits handelt es sich – wie bereits angesprochen – bei der Naturbestattung um einen Sammelbegriff für verschiedene Beisetzungen. Dass eine Seebestattung sich bei den Kosten anders bemerkbar macht als im Vergleich die Beisetzung auf einem Waldfriedhof liegt auf der Hand.

Grundsätzlich macht gerade letztgenannter Aspekt das Abschätzen der Kosten für naturnahe Bestattungen schwierig. Angebracht ist eine getrennte Betrachtung der Aufwendungen für einige Beisetzungsarten – und die Kosten einer Feuerbestattung allgemein.

Kostenbeispiel für die Kremation:

Kosten für (u. a.)*: geschätzte Kosten
Überführung des Toten (im Ort) 110 Euro – 150 Euro
Verbrennungssarg 400 Euro – 600 Euro
Vorbereiten des Leichnams 150 Euro – 350 Euro
2. Leichenschau 50 Euro – 70 Euro
Krematorium 200 Euro – 500 Euro

Kosten für eine Seebestattung:

Kosten für (u. a.)*: geschätzte Kosten
Florist/in 150 Euro – 750 Euro
See-Urne 60 Euro – 250 Euro
Trauerfeier (mit Redner) 450 Euro – 1.500 Euro
Reederei 800 Euro – 1.700 Euro

Kosten für eine Baumbestattung:

Kosten für (u. a.)*: geschätzte Kosten
Florist/in 150 Euro – 750 Euro
Schmuckurne (abbaubar) 100 Euro – 250 Euro
Grabstätte 750 Euro – 2.300 Euro
Beisetzung 350 Euro – 405 Euro
Grabplakette 20 Euro – 125 Euro

Hinzuzurechnen sind noch einige weitere Ausgaben – wie Traueranzeige und Leichenschmaus.

Wie sich aus den Beispielen See- und Baumbestattung sehr leicht herauslesen lässt, variieren die Kosten deutlich. So kann sich bei der Waldbestattung für einen Gemeinschaftsplatz oder den Familienbaum entschieden werden – was die Kosten natürlich nachhaltig beeinflusst.
 

Wo sind Naturbestattungen möglich


In Deutschland gilt Friedhofszwang. Damit sind Naturbestattungen nur auf entsprechend ausgewiesenen Flächen möglich. Interessieren Sie sich für eine Baumbestattung? Anbieter müssen, bevor Beisetzungen stattfinden können, Wälder erst entsprechend deklarieren lassen. Auch die Seebestattung ist – auch wenn deren Bedeutung wächst – nur in bestimmten, extra dafür ausgewiesenen Seegebieten möglich.

Die Tatsache, dass in Deutschland Bestattungen vom Gesetzgeber nur auf Friedhöfen zugelassen sind, schränkt die Möglichkeiten naturnaher Beisetzungen ein. Zugelassen sind:
 
  • Seebestattungen
  • Baumbestattungen bzw. Waldbestattungen.

Nicht möglich ist hingegen das Verstreuen der Asche auf Wiesen oder in der Luft. Damit entfallen:
 
  • Wiesen-/Almbestattung
  • Luftbestattung
  • Felsbestattung.

Aber: In einigen Ländern wird progressiver mit den Bestattungen umgegangen. Hier lassen sich die genannten Naturbestattungen durchaus realisieren.
 

Was genau ist eine anonyme Naturbestattung


Die Beisetzung im Kreis der Familie und Bekannten – das verbreitete Bild einer Bestattung. Möglich ist aber auch die Durchführung einer halb- bzw. der voll-anonymen Beisetzung. Dies ist auch für die Naturbestattung möglich. Was ist darunter zu verstehen?
 
  • Anonyme Bestattungen finden nicht im Beisein der Hinterbliebenen statt und die Grabstätte wird nicht gekennzeichnet. Es ist damit nicht mehr möglich, die individuelle Beisetzungsstätte im Nachhinein zu identifizieren.
  • Halbanonyme Naturbestattungen laufen so ab, dass Hinterbliebene im Rahmen einer Trauerfeier Abschied nehmen und der Beisetzung beiwohnen können. Allerdings unterbleibt anschließend die Kennzeichnung der individuellen Grabstätte.
 

Warum naturnahe Bestattungen erwägen?


Interessiert Sie das Thema Naturbestattung? Dafür gibt es sicher zwei Hauptgründe: Einmal fühlen Sie sich der Natur verbunden und können sich nicht mit dem Gedanken an ein herkömmliches Grab auf dem Friedhof anfreunden. Auf der anderen Seite wollen Sie Hinterbliebenen die Grabpflege so einfach wie möglich machen. Beide Aspekte sind oft Entscheidungsgrund für naturnahe Bestattungen.

In unseren Ratgebern zur Erdbestattung und der Feuerbestattung erfahren Sie wichtige Fakten rund um den Ablauf der Beisetzung und wie sich diese von den Naturbestattungen unterscheiden.

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