Diamantbestattung – Einer der teuersten Bestattungsvarianten

Die Diamantbestattung ist eine Alternative zur Feuer- oder Erdbestattung, die noch recht neu ist. Während Baum- und Seebeisetzung „echte“ Bestattungen sind, werden bei der Diamantbestattung die sterblichen Überreste eines Verstorbenen nicht im klassischen Sinn beigesetzt. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Transformationsprozess, welcher sich die Eigenschaften des in der Kremationsasche vorhandenen Kohlenstoffs zunutze macht. Wie läuft eine Diamantbestattung ab? Ist diese in Deutschland überhaupt zulässig?

Wie funktioniert eine Diamantbestattung?


Der Begriff Bestattung ruft ganz bestimmte Bilder wach. Neben dem Sarg wird an die Kremation, also Einäscherung, und Urne gedacht. In den letzten Jahren sind speziell für Deutschland die Seebestattung, Baumbestattung und Waldbestattung hinzugekommen. Daran, Asche eines Verstorbenen in einen Edelstein verarbeiten zu lassen, denken wenige Hinterbliebene.

Dabei war es bereits früher üblich, Schmuck und Erinnerung miteinander zu verknüpfen. Was die Diamantbestattung betrifft, geht das Ganze hier einen sehr speziellen Weg. Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche eines Verstorbenen dazu verwendet, um einen künstlichen Diamanten zu pressen. Hintergrund: In der Asche ist Kohlenstoff enthalten. Dieser kann – sofern ein spezielles Kremationsverfahren zum Einsatz kommt – zur Kristallzüchtung herangezogen werden.

Dafür ist es erforderlich, dass die Temperaturen während der Einäscherung nicht über 950°C steigen. Im klassischen Kremationsverfahren werden hingegen bis 1.200°C erreicht. Bei dieser Temperatur wird der gesamte amorphe Kohlenstoff umgesetzt – was die Kristallzucht unmöglich macht. Hinzu kommt ein weiteres Problem: In Deutschland herrscht Bestattungszwang. Teile der Asche abzutrennen und zu Hause zu verwahren, ist damit eigentlich nicht gestattet.
 

Ablauf einer Diamantbestattung


Diamantbestattungen stoßen in Deutschland an rechtliche Grenzen. Daher wird heute häufig so verfahren, dass die Asche nach der Kremation durch den Bestatter bzw. Partnerunternehmen zu Dienstleistern ins Ausland transferiert wird. Hier erfolgt dann eine chemische Analyse.

Im weiteren Verlauf erfolgt die Umsetzung des Kohlenstoffs zum gewünschten Edelstein. Dazu ist es erforderlich, die Bedingungen – welche zur Bildung natürlicher Diamanten führen – nachzubilden. Dies bedeutet, dass sehr hohe Drücke von mehreren tausend Bar und Temperaturen um 1600 Grad Celsius entstehen müssen.

Künstliche Diamanten, welche auf diese Art in Hochdruckpressen entstehen, bilden sich nicht über Nacht. Es dauert Wochen bis Monate, bevor aus der Kristallzucht ein Edelstein in der gewünschten Größe (Karatzahl) entstanden ist. Heißt: Wünschen Sie für Hinterbliebene ein Erinnerungsstück, kann es bei größeren Steinen durchaus bis zu einem halben Jahr dauern, eh der Diamant geschliffen und übergeben werden kann.
 


Vor der Diamantbestattung


Der Ablauf einer Diamantbestattung vor der eigentlichen Kristallzucht ähnelt der Feuerbestattung. Nach Feststellung des Todes wird der Verstorbene vom Bestatter überführt und im Rahmen der hygienischen Totenversorgung auf den weiteren Ablauf vorbereitet. Nach der 2. Leichenschau, dem Einkleiden und Vorbereitung des Sargs kann die Kremation mit vorausgehender Trauerfeier stattfinden. Im Anschluss wird die Asche zur Züchtung des Kristalls – sofern sich gegen eine Zucht des Diamanten aus den Haaren des Verstorbenen entscheiden wird – überführt.
 

Müssen Diamanten immer aus Asche sein?


In den letzten Jahren hat sich die Ansicht verbreitet, dass Diamanten als Erinnerung ausschließlich aus der Asche eines Verstorbenen gezüchtet werden. Dies ist in der Praxis aber nur eine Möglichkeit. Entscheidend ist am Ende, dass ausreichend Kohlenstoff zur Verfügung steht. Sie können sich auch dafür entscheiden, auf Basis von Haaren einen Diamanten züchten zu lassen. Hintergrund: In den menschlichen Haaren ist Kreatin enthalten. Diese Substanz enthält wiederum Kohlenstoff. Mit dessen Hilfe können spezialisierte Unternehmen einen Edelstein züchten. Die benötigte Menge liegt häufig bei 10 Gramm.

Achtung: Auch die Kristallzucht auf Basis des Kreatins der Haare dauert einige Monate. Diese Methode hat allerdings den Vorteil einer Durchführung für lebende Personen. Damit kann man schon zu Lebzeiten veranlassen, dass Hinterbliebene einzigartige Erinnerungsstücke in den Händen halten werden.
 

Diamantbestattung – Die Kosten


Sie wollen wissen, wie teuer eine Diamantbestattung ist? Leider sind Informationen hierzu mehr als Beispielrechnung zu verstehen. Besonders wenn für die Herstellung Asche eines Verstorbenen – anstatt der Haare – verwendet werden, lassen sich die Kosten pauschal kaum beziffern.

Kosten Kremation (Beispiel)
Position Kosten (min – max)
Überführung (innerorts als Pauschale) 90 Euro – 180 Euro
Leichenschau 40 Euro – 60Euro
Einsargung/Ankleiden 80 Euro – 130Euro
Kosten für die Totenbekleidung 40 Euro – 70Euro
Sarg (mitSargausschlag) 400 Euro – 700Euro
Kremierung des Verstorbenen 250 Euro – 500Euro
Blumen für dieTrauerfeier 150 Euro – 300Euro
Trauerfeier vorKremation 150 Euro – 250Euro
Leichenschmaus(15 P.) 200 Euro – 400Euro
Traueranzeige 70 Euro – 150Euro

Die Kosten für Herstellung und Schliff des Diamanten werden zusätzlich erhoben. Hier variiert die Preisspanne je Anbieter und Größe. Ein kleiner Rohdiamant (ohne Schliff) kostet schnell zwischen 1.500 Euro bis 2.000 Euro. Größere Steine mit 0,5 ct (Karat) und Schliff liegen bei einigen tausend bis zehntausend Euro. Die Preisspanne reicht in eine Größenordnung bis 15.000 Euro. Zusätzlich kommt noch der Schmuck hinzu, in welchen der Diamant anschließend eingefasst werden soll.

Achtung: Für die Herstellung des Steins wird nicht ein Teil der Asche benötigt. Sie oder Hinterbliebene haben also noch die Entscheidung zu treffen, wie die Beisetzung der verbleibenden Asche zu erfolgen hat. Hier sind Waldbestattungen oder Seebestattungen zwei Optionen. Hierfür sind noch einmal zusätzlich Kosten einzukalkulieren. Nähere Informationen zum Ablauf dieser Bestattungsformen und den Kosten erfahren Sie auf unseren Ratgeberseiten.
 

Werden Diamantbestattungen in Deutschland angeboten?


Grundsätzlich werden Diamantbestattungen – also die Zucht von Edelsteinen aus der Totenasche oder Haaren – auch in Deutschland angeboten. Dies bedeutet nicht, dass eine Kristallzucht aus diesem Material erlaubt ist. Die Bestattungsgesetze der Länder sehen allgemein die Beisetzung sterblicher Überreste auf speziell dafür vorgesehenen Flächen – sprich Friedhöfen – vor.

Daher wird diese Leistung in Deutschland über Bestatter zwar angeboten. Die eigentliche technische Umsetzung findet allerdings im Ausland statt. Im Wesentlichen konzentrieren sich Unternehmen, welche die Kristallzucht der Erinnerungsdiamanten vornehmen, in der Schweiz oder den Niederlanden. Hier sind die Gesetze zum Umgang mit sterblichen Überresten liberaler, die Kristallzucht ist hier ohne Weiteres möglich. Die Zucht des Steins aus Haaren hat den Vorteil, dass sie zu Lebzeiten persönlich beauftragt werden kann und Bestattungsgesetze damit außen vor bleiben.

Wichtig: Wenn geplant ist, bei einem Todesfall aus der Asche Diamanten fertigen zu lassen, sollte dies möglichst schon vorab zu Lebzeiten schriftlich – am besten notariell beglaubigt – festgehalten werden. In der Vergangenheit haben deutsche Gerichte bereits gegen den Wunsch von Hinterbliebenen entschieden, die Erinnerungsdiamanten herstellen lassen wollten.

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