Beerdigungskosten – Wir geben Ihnen einen Überblick

Beerdigungskosten treffen jedes Jahr hunderttausende Haushalte. 2015 sind in Deutschland mehr als 925.000 Menschen verstorben. Laut Statistischem Bundesamt trifft es besonders Personen in der zweiten Lebenshälfte. Für Hinterbliebene ist der Todesfall dabei nicht nur mit Trauer verbunden, sondern auch mit der Frage, wer für die Kosten der Bestattung aufkommen muss. Eine durchschnittliche Beerdigung kostet heute circa 6.000 Euro. Nicht jede Familie kann sich eine solche Summe ohne Weiteres leisten. Was macht eine Bestattung aber so teuer?

Beerdigungskosten – Was gehört alles dazu


In Deutschland gelten für Bestattungen bzw. Beisetzungen teils sehr strenge Regeln. Dies betrifft beispielsweise die Sarg- oder die Friedhofspflicht. Beide führen dazu, dass Hinterbliebene einfach gewisse Kosten stemmen müssen, weil die Asche beispielsweise nicht einfach auf dem eigenen Grundstück verstreut werden darf. Was umfasst eine Bestattung letztlich?

Auf den ersten Blick dreht sich alles um den Friedhof als letzte Ruhestätte. Mittlerweile können Sie sich in der Vorbereitung auf die letzte Reise oder Hinterbliebene für alternative Bestattungsvarianten entscheiden wie zum Beispiel die Seebestattung.

Die eigentliche Beisetzung mit der Trauerfeier ist aber nur ein Teil dessen, was sich rund um die Bestattung abspielt. Überführung des Leichnams, Leichenschau und Kremation laufen hinter den Kulissen ab, tragen letztlich aber zu den Bestattungskosten bei.


Wie hoch sind die Beerdigungskosten im Detail?


Position Durchschnittliche Kosten
Überführung des Toten 100 Euro bis 200 Euro
1. & 2. Leichenschau jeweils 50 Euro bis 70 Euro
Sarg 800 Euro bis 1.300 Euro
Kremation 300 Euro bis 400 Euro
Trauerfeier ohne Redner 250 Euro bis 300 Euro
Trauerfeier mit Redner 400 Euro bis 500 Euro
Trauerschmuck/prov. Grabanlage (Florist) 300 Euro bis 400 Euro
Traueranzeige 100 Euro bis 200 Euro
Friedhof 1.300 Euro bis 1.600 Euro
Grabstein 1.500 Euro bis 1.900 Euro

Aus dem Kostenbeispiel lässt sich ablesen, wie teuer eine Bestattung werden kann. Und bei den genannten Aufwendungen handelt es sich nicht um eine besonders teure Beisetzung. Vielmehr sind die einzelnen Bestandteile so gewählt, dass sie einer durchschnittlichen Bestattung entsprechen.

Wichtig: Bei den hier genannten Aufwendungen für die Bestattung handelt es sich um ein Kostenbeispiel. Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen können die Beerdigungskosten im Einzelfall deutlich abweichen. Großen Einfluss hat beispielsweise die Region.
 

Bestattungsvariante beeinflusst den Preis


Bestattungskosten variieren je nach Region. Diese Aussage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein weiterer Aspekt in die Betrachtung einfließen muss. Heute können Sie bzw. Hinterbliebene unterschiedliche Beisetzungsvarianten wählen. Erdbestattung und Feuerbestattung sind nach wie vor verbreitet. In den letzten Jahren haben aber auch:
 
  • Seebestattungen
  • Waldfriedhöfe
  • halbanonyme Bestattungen auf Gemeinschaftsanlagen
an Akzeptanz gewonnen.

Im direkten Vergleich der Bestattungsmöglichkeiten variieren die Kosten teilweise sehr stark. Generell sind Beisetzungen, für die eine spätere Grabpflege keine oder kaum noch eine Rolle spielt, in der Tendenz günstiger.

Aber: Ihre Wünsche bzw. die Vorstellungen der Hinterbliebenen beeinflussen die Beerdigungskosten maßgeblich. Ein einfaches Beispiel ist die Trauerfeier. Mit 15 Personen wird diese im Regelfall günstiger ausfallen, als eine identische Veranstaltung mit der doppelten Personenzahl.

Rechenbeispiel für zwei Bestattungsvarianten (einfach bis mittel):

Erdbestattung Feuerbestattung
Position Kosten (min – max) Position Kosten (min – max)
Überführung (im Ort) 90 Euro – 180 Euro Überführung (im Ort) 90 Euro – 180 Euro
Leichenschau 40 Euro – 60 Euro Leichenschau 40 Euro – 60 Euro
Einsargung/Ankleiden 80 Euro – 130 Euro Einsargung/Ankleiden 80 Euro – 130 Euro
Totenbekleidung 40 Euro – 70 Euro Totenbekleidung 40 Euro – 70 Euro
Sarg mit Sargausschlag 750 Euro – 1.300 Euro Sarg mit Sargausschlag 400 Euro – 700 Euro
Friedhofsgebühr 1.200 Euro – 2.400 Euro Kremation 250 Euro – 500 Euro
Grabstein 1.000 Euro – 3.000 Euro Urne 150 Euro – 400 Euro
Blumenschmuck 150 Euro – 300 Euro Friedhofsgebühr 750 Euro – 1.300 Euro
Trauerfeier 150 Euro – 250 Euro Grabstein 1.000 Euro – 3.000 Euro
Leichenschmaus (15 P.) 200 Euro – 400 Euro Blumenschmuck 150 Euro – 300 Euro
Traueranzeige 70 Euro – 150 Euro Trauerfeier 150 Euro – 250 Euro
Leichenschmaus (15 P.) 200 Euro – 400 Euro    
Traueranzeige 70 Euro – 150 Euro    


Beerdigungskosten – Wer muss sie zahlen?


Wer die Kosten einer Bestattung in Deutschland zu tragen hat, ist auf den ersten Blick eindeutig geregelt. In der Praxis können sich allerdings diverse Sachverhalte ergeben, aufgrund derer das Ganze kompliziert wird.

Generell hat der Erbe die Beerdigungskosten zu tragen. Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), welches diesen Sachverhalt kurz und knapp regelt. Dort ist festgelegt, dass Ihr Erbe – egal, in welchem Verwandtschaftsverhältnis er zu Ihnen steht – die Kosten der Beisetzung aufbringen muss.

Aber: Ein Erbberechtigter muss das Erbe nicht antreten und kommt damit um die Kostentragungspflicht herum. Die Erbausschlagung kann am Ende soweit gehen, dass letztlich nur noch das Land – im Rahmen einer Fiskalerbschaft – übrig bleibt. Hier ist eine Ausschlagung nicht möglich. Dies bedeutet für Angehörige jedoch nicht automatisch, von den Bestattungskosten befreit zu sein.

In diesen Fällen greift die postmortale Fürsorgepflicht. Diese basiert allgemein auf den Unterhaltsregeln. Bedeutet: Wer für den Unterhalt zu Lebzeiten zuständig gewesen wäre, muss damit rechnen, Bestattungskosten auferlegt zu bekommen. Prinzipiell wird nach der Stufenfolge vorgegangen:
 
  • Ehe-/Lebenspartner
  • Kinder bei Volljährigkeit
  • Eltern
  • Großeltern
  • Geschwister usw.
Achtung: Bei mehreren Erben haften diese gesamtschuldnerisch. Sollte ein Dritter die Kosten für eine Beisetzung übernommen haben, kann dieser deren Kosten von den Erben/dem Erben verlangen.
 

Beerdigungskosten – Zu Lebzeiten die Hinterbliebenen durch Vorsorge absichern


In vielen Alltagsbereichen ist das Thema Vorsorge verbreitet. Warum nicht im Zusammenhang mit der eigenen Beisetzung? Die eigene Wünsche formulieren ist eine Sache. Wer für die Bestattung aufkommt, steht auf einem anderen Blatt. Denken Sie daran, dass Ihre Hinterbliebenen selbst beim Erbausschlag am Ende mit den Kosten belastet werden können. Wie lässt sich dem vorbeugen?
 
  • Sterbegeldversicherung: Hier ist drin, was drauf steht! Abgeschlossen wird die Versicherung für den Todesfall. Sie soll Angehörige in die Lage versetzen, eine Bestattung zu bezahlen. Die Versicherungssumme wird an im Vertrag genannte Personen ausgezahlt. Die Devise lautet: Je früher abgeschlossen wird, um so besser. Der Vorteil einer Sterbegeldversicherung besteht darin, dass die Leistung zügig für die Angehörigen zur Verfügung steht.
  • Risikolebensversicherung: Mithilfe dieser Versicherung können Sie die Familie finanziell absichern. Wird sie in Haushalten mit Kindern und/oder Wohneigentum abgeschlossen, liegt die Versicherungssumme schnell bei einigen hunderttausend Euro. Allerdings kann es dauern, bis die Leistung ausgezahlt wird. Zudem besteht das Risiko, dass der Versicherer anfangs mauert – die Hinterbliebenen die Bestattungskosten also noch aus eigener Kraft stemmen müssen.
  • Sparen: Einfach laufend einen Sparplan füttern – und schon steht Geld für die Bestattung zur Verfügung. Das Problem besteht darin, dass der Sparplan zur Erbmasse gehört. Und Angehöriger unter Umständen nicht sofort auf das Guthaben zugreifen können.
  • Unfallversicherung: Eine Unfallversicherung umfasst nicht nur Unfallrenten oder Leistungen bei Invalidität. Verstirbt der Versicherte, gibt es eine Todesfallleistung. Das Problem besteht allerdings darin, dass die Versicherer im Regelfall nur zahlen, wenn der Tod durch einen Unfall verursacht wird.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Beerdigungskosten

Fragenkatalog:
  1. Können Beerdigungskosten steuerlich abgesetzt werden?
  2. Wer zahlt bei Hartz IV-Bezug die Beerdigungskosten?
  3. Wer muss die Beerdigungskosten zahlen, wenn das Erbe ausgeschlagen wird?
  4. Wie werden Beerdigungskosten unter Geschwistern aufgeteilt?
  5. Wann zahlt das Sozialamt die Beerdigungskosten?
  6. Müssen Kinder die Beerdigungskosten der Eltern zahlen?
Antworten:
  1. Können Beerdigungskosten steuerlich abgesetzt werden?

    Generell können Bestattungskosten steuerlich geltend gemacht werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Maßgebend ist, ob das Erbe die Beerdigungskosten deckt oder nicht. Ist der Nachlass geringer, kann sich die Differenz steuerlich bemerkbar machen. Achtung: In der Steuer können nicht alle Kosten angesetzt werden. Reise- und Bewirtungskosten gehören beispielsweise zu den nicht abzugsfähigen Aufwendungen. Steinmetz, Kremation usw. lassen sich hingegen steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Tipp: Im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) legt der Gesetzgeber für die Verrechnung der Bestattungskosten mit dem Nachlass einen Pauschbetrag in Höhe von 10.300 Euro fest. Bis zu dieser Höhe kann für die Absetzbarkeit auf das Vorlegen von Nachweisen verzichtet werden.

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  2. Wer zahlt bei Hartz IV-Bezug die Beerdigungskosten?

    Wer ALG II/Hartz IV bezieht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sein, die Kosten einer Bestattung zu tragen. In diesem Fall gilt Folgendes: Die Kosten werden über die Sozialhilfe übernommen. Ein weiterer Durchgriff auf nachfolgende Angehörige/zum Unterhalt verpflichtete Personen findet im Allgemeinen nicht statt. Eine entsprechende Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Übernahme der Beerdigungskosten über die Sozialhilfe existiert seit 2009.

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  3. Wer muss die Beerdigungskosten zahlen, wenn das Erbe ausgeschlagen wird?

    Die Erbausschlagung ist oberflächlich betrachtet die Möglichkeit, um den Bestattungskosten zu entgehen. Allerdings trifft dies in der Praxis nicht zu. Aufgrund der postmortalen Fürsorge können nahe Angehörige für die Beerdigungskosten herangezogen werden. Das bedeutet in der Praxis, dass unterhaltspflichtige Personen am Ende Gefahr laufen, die Bestattung finanziell stemmen zu müssen. Hierbei wird grundsätzlich dem Grundsatz der geraden Abstammung gefolgt.

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  4. Wie werden Beerdigungskosten unter Geschwistern aufgeteilt?

    Maßgebend ist hier die Frage, inwiefern Geschwister Erben sind oder nicht. Kinder des Verstorbenen, die erben, sind für die Bestattungskosten gesamtschuldnerisch verantwortlich. Das heißt: Für die Kosten kann jeder Erbe herangezogen werden. Für den Fall, dass nur ein Geschwister Erbe ist, würde dieser Geschwisterteil heranzuziehen sein. Sofern die Bestattungskosten aufgrund postmortaler Fürsorge zu tragen sind, spielen daneben weitere Faktoren – wie etwa die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – eine Rolle.

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  5. Wann zahlt das Sozialamt die Beerdigungskosten?

    Die verbreitete Meinung, dass Beerdigungskosten nur vom Sozialamt übernommen werden, wenn Hartz IV oder andere entsprechende Leistungen bezogen werden, ist falsch. Entsprechende Rechtsgrundlagen weisen die Kostenübernahme der Sozialhilfe zu, sobald den zur Kostentragung verpflichteten Personen eine solche Übernahme nicht zugemutet werden kann. Dies bedeutet, dass die Sozialhilfe die Kosten trägt, sobald weder der Nachlass entsprechende Mittel enthält noch der Verpflichtete über ausreichend Vermögen verfügt. Achtung: Eine Unterstützung durch die Sozialhilfe wird nicht automatisch gewährt, sie muss von Betroffenen selbst beantragt werden.

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  6. Müssen Kinder die Beerdigungskosten der Eltern zahlen?

    Ja, dies kann durchaus der Fall sein. Sind Kinder erbberechtigt, fällt ihnen automatisch nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch die Aufgabe zu, Kosten aus der Bestattung zu tragen. Anders ist die Situation, wenn die Kinder keine Erben sind. In diesem Fall müssen Kinder nur dann die Beerdigungskosten tragen, wenn alle Erben das Erbe ausschlagen und das Land Zwangserbe (Fiskalerbschaft) wird.

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